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"Der Weise Narr von Wismar"

Praxis für Ent-Spannung und kreative Lösungen

Dr. Tilman Kiehne

Beratung - Mediation - Entspannung - Hypnotherapie - Rauchentwöhnung - Veranstaltungen
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Möönsch!

Nächster Termin 1. März 2023; Thema: "Tod und Vergänglichkeit"

1. Februar 2023: Thema "Zeit"

Den Einstieg boten ein klassisches Zitat von Augustinus - "Was ist also die Zeit? Wenn mich niemand darüber fragt, so weiß ich es; wenn ich es aber jemandem auf seine Frage erklären möchte, so weiß ich es nicht" - und die Überlegungen von Jean-Remy von Matt zu seiner Lebenszeituhr.

Danach verbrachten wir unsere Zeit mit munteren Diskussionen über verlorene, sinnvoll verbrachte, Uhr- und kalendarische Zeit. Wir sprachen über menschgemachte Rhythmen der Arbeits- und Freizeit, den gesellschaftlichen Umgang mit Zeit und dessen Sinn und kontrastierten dies mit Gedanken über natürliche Rhythmen. Wir sondierten den Zusammenhang von Zeit und Raum, wir sinnierten über Veränderungen als sichtbaren Zeichen vergehender Zeit und wir wunderten uns über die Diskrepanzen zwischen dem innerlich empfundenen und dem sich äßerlich am Körper dokumentierendem Alter.

Dazu gabs Kuchen, Plätzchen und Hanftee ...

7. Dezember: Thema "Die Todsünde der Avaritia" (Geiz/Habgier)

Über ein Gedicht von Erich Kästner wurde der Bogen vom letzten zum heutigen Thema gespannt. Und dann ging es gleich munter zur Sache. Wir diskutierten unter anderem über folgende Fragen:

Worin besteht der Unterscheid zwischen Geiz und Sparsamkeit? Ist eine Oma, die unter vier Enkeln einen Riegel Schokolade aufteilt, geizig oder sparsam? Geht es bei dem Werbeslogan "Geiz ist geil" wirklich um Geiz? Inwieweit ist Geiz heutzutage gesellschaftsfähig oder vielleicht nicht nur gesellschaftsfähig, Sondern sogar typisch für die Gesellschaft, in der wir leben? Hat Geiz einen wesentlichen Ursprung in (Verlust-)Angst? Und sind reiche Menschen deswegen oft geiziger, weil sie mehr zu verlieren haben als arme?

Welcher Zusammenhang besteht zwischen Geiz und Gier? Wie fühlt sich ein kleines Mädchen, dessen Oma (wieder eine Oma, aber eine andere als die eben erwähnte ...) vor seinen Augen eine Orange verspeist, ohne auch nur einen Schnitz abzugeben? Ist diese Oma geizig, gierig oder nur gedankenlos?

Sind geizige Menschen egozentrisch? Was hat Geiz damit zu tun, anderen etwas (nicht) zu gönnen? Was kann man (nicht) raffen, was (nicht) horten? Was würde sich ändern, wenn Menschen freigebiger wären?

2. November: Thema "Haben oder Sein"

Heute einmal klassische philosophische Textarbeit. Wir lasen und diskutierten den Abschnitt "Sicherheit - Unsicherheit" aus Erich Fromms "Haben oder Sein" (im angegebenen link S. 133-137). Am Ende des Abends waren nicht nur die unterschiedlichen Lebensweisen im Sein- bzw. Haben-Modus klarer, sondern es herrschte auch weitgehende Einigkeit, dass dass Fromm idealtypisch Extrempole beschreibt, während sich im Alltag 'Sein' und 'Haben' gegenseitig durchwirken und beeinflussen, so dass Menschen ihr Leben nicht konsequent nur auf die eine oder andere Weise gestalten können.

Angeregt durch die Lektüre wurden weitere große und kleine Themenkomplexe aufgemacht - Darunter, um nur einige zu nennen: Fanatismus, Strandsäuberungsaktionen und das Mitleid für Schafe.

5. Oktober: Thema "Genossenschaften"

Vielleicht ein ungewöhnliches Thema für einen philosophischen Abend; erwachsen aus dem Thema des vorangegangenen Abends ... Sehr bedauerlich, dass der Initiator des Themas selbst nicht da war.

Was eine Genossenschaft kennzeichnet, war schnell erklärt, einige prägnante Unterschiede zwischen Ost und West kamen zu Sprache, ein historischer Abriss durfte nicht fehlen, und Vor- und Nachteile einiger ausgewählter Genossenschaften fanden spezielle Erwähnung. Darin, dass Menschen für das Funktionieren einer Genossenschaft idealerweise bestimmte Eigenschaften wie Engagement, Einsatz, Verantwortungsgefühl und Sozialverträglichkeit mitbringen sollten, waren sich die meisten einig; bei der Einschätzung allerdings, ob es genügend solcher idealer Typen gebe, gingen die Meinungen schon wieder auseinander ...

7. September: Thema "Reichtum"

Die Eingangsfrage "Wer von Euch ist reich?" beantwortete etwa die Hälfte der Anwesenden spontan mit "Ich"; zugleich löste die Frage natürlich die (erhoffte) Gegenfrage aus, was es denn eigentlich bedeute, "reich" zu sein. Und schwupps waren wir im Austausch, diskutierten materiellen und immateriellen Reichtum, das Verhältnis von Reichtum und Glück (Stichwort: buddhistische Mönche), die Frage nach der (un)gerechten Verteilung von Reichtum und die Angemessenheit von Tätigkeit und Lohn, die unterschiedliche Bedeutung von "arm" und "reich" je nach Gesellschaft und Land, die Frage der Wertschätzung, die Frage von Reichtum und Macht, ...

Wie immer wurde die Diskussion durch persönliche Erfahrungen und Erlebnisse bereichert (!). Diesmal - unter anderem - aktuelle Sorgen nach dem Abrutschen in Armut durch Inflation und Verwerfungen infolge des Kriegs in der Ukraine; den Vergleich von Kindern durch ihre Eltern unter dem Aspekt des (finanziellen) Erfolgs; Erlebnisse auf dem Jakobsweg und die Frage, ob es wohl möglich sei, ohne Geld durch Deutschland wandern zu können.

(Sommerpause)

1. Juni: Thema "Der Mensch - Krone der Schöpfung?"

Ein kurzes Referat zur Einstimmung - mit einigen Anmerkungen zur Schöpfungsgeschichte aus der Bibel einerseits und der naturwissenschaftlichen Sicht der Evolutionstheorie andererseits - genügte, um die Anwesenden zu kühnen Gedanken zu inspirieren.

Offenbar zeichnet sich der Mensch durch nahezu unbegrenzt anmutende Fähigkeiten aus, seine Welt zu gestalten. Darf der Mensch angesichts dessen jedoch tun, was er will - 'weil er es kann', wie ein Teilnehmer formulierte - und was folgt daraus für seine Verantwortung der Welt gegenüber? Oder stünde es ihm wegen seiner ebenfalls besonderen Fähigkeit zur Selbstreflexion nicht besser an, sich wenigstens gelegentlich bewusst zurücknehmen und seine Stellung in der Natur etwas demütiger zu beschreiben und auszufüllen?

Ob der Mensch die Krone der Schöpfung sei, konnte erwartungsgemäß nicht geklärt werden. Spannende Anregungen aber gab es genug - mit viel Potential, nachdenkliche Stunden in der anstehenden Sommerpause zu füllen.

4. Mai: Thema "Wahrheit"

Knapp dreißig Zitate bildeten die Grundlage für das heutige Nachdenken. Die Anwesenden zogen sich jeweils ein Zitat, durften fünf Minuten still darüber nachdenken und dann ihre Überlegungen der Gruppe vortragen. Schon im Laufe dieser Vorstellungen der Zitate mit den Assoziationen der jeweiligen Vortragenden ergaben sich mannigfältige Querverbindungen, wie in der abschließenden Gruppendiskussion (nach einer kurzen Kekspause) deutlich wurde.

Was das Gegenteil von "Wahrheit" sei - Lüge, Irrtum, Täuschung, Meinung ...? Worin der Unterschied zwischen wissenschaftlicher und spiritueller "Wahrheit" bestehe? Wie Wahrheit(en) und Macht zusammenhingen? Was Wahrheit damit zu tun haben könnte, ein "Jemand" und kein "Niemand" zu sein?

Wer heute "die" Wahrheit zu erfahren suchte, musste ratlos gehen. Wer Anregungen zum Weiterdenken suchte, erlebte ein Fest.

30. März: Thema "Freiheit"

Begrüßung mit einem Lied zum Aufwärmen; danach angeregte Arbeit in Kleingruppen - Die Ergebnisse der Diskussionen in diesen Kleingruppen als Mindmap (in den Bildern) sagen mehr als 1000 Worte ...

Mindmap Freiheit 1 Mindmap Freiheit 2
Mindmap Freiheit 3 Mindmap Freiheit 4

2. März: Fortsetzung der Einführung

Ähnlich große Zahl wie beim letzten Mal, aber teils andere Gesichter - Ist das ein gutes oder schlechtes Zeichen ...? :-) Wegen der Neuangekommenen wiederholte ich kurz, was am letzten Mal besprochen wurde, und nahm den Faden mit der dritten Kantschen Frage "Was darf ich hoffen?" wieder auf, um dann zur vierten "Was ist der Mensch?" zu kommen.

Das spezielle menschliche Zeitempfinden mit Erinnerung an die Vergangenheit und - für die Hoffnung von besonderer Bedeutung - Vorausahnung der Zukunft, der Mensch als reflektierende "Krone der Schöpfung" (?) oder doch wesentlich geprägt durch die uralten Reaktionsmuster von Kampf / Totstellen / Weglaufen, die Bedürfnispyramide von Maslow und moralische Werte, die unterschiedliche Wahrnehmung von Wessis und Ossis am Beispiel des 8. Mai als "Tag der Befreiung" (Ost) oder "Tag der Kapitulation" (West), des Weiteren mehrere persönliche Bekenntnisse und Vorschläge zur Gruppengestaltung - Herrlich! Wieder ging es lebhaft zu.

Für die Gedanken von Helmut Hofbauer, die Philosophie habe "primär eine befreiende Funktion" und "der Hauptnutzen des Philosophierens für mich besteht darin, dass ich durch Nachdenken viele Dinge wieder aus meinem Kopf rausbekomme, die man mir da im Laufe der Zeit - in Familie, Schule, Universität, durch die Medien etc. - hineingesetzt hat", blieb am Ende fast zu wenig Zeit; wer das möchte, kann sich ja hier noch einmal damit befassen.

[2022] 2. Februar: Auftakt / Einführung

Großes Interesse / Neugierige, aufgeweckte Menschen mit sehr unterschiedlichen Hintergründen / Klare, respektvolle Wortmeldungen - Ja, die Auftaktrunde war sehr vielversprechend.

Ich hatte mir vorgenommen, mit den berühmten vier Fragen von Immanuel Kant zu beginnen, und nach einer ausgiebigen Vorstellungsrunde begann ich diese vorzustellen. Allerdings kamen wir nicht über die ersten zweieinhalb Fragen - "Was kann ich wissen?", "Was soll ich tun?" und einen Anflug von "Was darf ich hoffen?" - hinaus, da die Fragen vielfältigen Anlass zum Weiterspinnen und Austausch gaben.

Wissenschaft und Wahrheit, Jäger- und andere Schnitzel, LGBTQIA+ (was das bedeutet, finden Sie zum Beispiel hier), Fidschi und Friseuse, alte weiße Männer und rote Ampeln, Quantenphysik und Parallelwelten, dazu noch verschiedene Anmerkungen zum Tagesgeschehen - so hingeschrieben scheint es ein wildes Sammelsurium gewesen zu sein (und das war noch bei Weitem nicht alles, was zur Sprache kam ...). Wer dabei war, kann hoffentlich meinen Eindruck bestätigen, dass bei all der Fülle dennoch ein roter Faden die Diskussionen durchzog.